Aquaponik ist eine Mischung aus Fisch und Pflanzenzucht. Sie ermöglicht eine Ernährung mit 100x weniger Land- und 10x weniger Wasserverbrauch in einem geschlossenen System. Nährstoffe werden nicht vom Regen ausgespült und Erosion wird vermieden. 

Dabei ist Aquaponik ein Wortspiel aus Hydroponik (Pflanzenzucht mit Wasser statt Boden) und Aquakultur (Fischzucht) 

In der Hydroponik werden Nährstoffe für die Pflanzen dem Wasser zugefügt, die dann zusammen mit Sonnenlicht, den Pflanzen Wachstum ermöglicht. Die Pflanzen kann man dann ernten und verspeisen. Da sich die Nährstoffe viel freier im Wasser bewegen, wachsen die Pflanzen sogar schneller als beim traditionellen Anbau. 

In der Aquakultur werden Fische von Menschen gehalten. Das können in großen Fischfarmen im Meer, in Anglerteichen im Binnenland oder in große Aquarien zu Hause geschehen. Dabei müssen die Fische konstant gefüttert werden und die Fäkalien der Fische konstant geklärt werden, sonst besteht die Gefahr, dass das Becken ökologisch kippt. 

Beide Systeme haben für sich genommen jeweils den Nachteil, dass sie linear funktionieren, man muss ständig Futter/Nährstoffe hinzufügen und kann dann Pflanzen/Fische entnehmen und kontinuierlich prüfen, dass die Wasserchemie ausgeglichen ist. 

Aquaponik verbindet jetzt die beiden Ansätze, indem der Fischkot über einen Biotank von Ammonium zu Nitrit zu Nitrat verwandelt wird. Nitrat wiederum ist der beste Dünger für Pflanzen. Die Pflanzen nehmen das Nitrat auf und filtern zusätzlich das Wasser, sodass man daraus noch einen Nutzen ziehen kann. Die Fische bekommen wieder frisches Wasser. 

Ob man die Fische als Nahrung züchtet oder als Zierfische, bleibt dabei den Betreibern überlassen, sie sind aber für ein funktionierendes System doch notwendig. 

Aquaponik simuliert dabei die natürlichen Nährstoffkreisläufe, die direkt erlebbar und nachvollziehbar (weil vereinfacht) sind. Wir Menschen können uns auch schon als Teil dieses Kreislaufs betrachten und sehen, was wir aus diesem System entnehmen und wie wir mit unserer Lebensgrundlage umgehen wollen. 

Man kann dieses System nach und nach auch um andere Komponenten erweitern. Wurmfarmen, die aus Pflanzenresten Fischfutter und Erde machen sind hier ein gutes Beispiel. 

Das große Potenzial von Aquaponik liegt dabei in der Resourceneffizienz von Boden und Wasser. Es produziert die gleiche Menge an Kalorien auf gerade einmal 1% der Flächennutzung und nur etwa 12% des Wasser im Vergleich zu klassischer Landwirtschaft. Dazu in einem späteren Beitrag mehr. 

Quellen:

http://www.aquaponik-eigenbau.de/aquaponik/was-ist-das

https://de.wikipedia.org/wiki/Aquaponik

https://www.landwirtschaft.de/landwirtschaft-verstehen/wie-funktioniert-landwirtschaft-heute/aquaponik-fisch-und-pflanzenzucht-unter-einem-dach/

https://www.youtube.com/watch?v=VwJMBgkjOmk – GoAquaponik
https://www.youtube.com/watch?v=LAFE5lAq_io – Arte FutureMag 

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.